Einschub: Fragen des Antisemitismus

Ich lese gerade „Überlegungen zur Frage des Antisemitismus“ von Delphine Horvilleur.

Frau Horvilleur ist eine französische Rabinnerin.
Für sie hängen Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit zusammen. Für den Antisemiten ist der Jude der weibliche Mann, der den Antisemiten, einen „richtigen“ Mann, in seiner Identität bedroht.
Nun ist der Satz von der Identität A=A oder auch Ich=Ich ja das Fundament jeden logischen Denkens.
Alle Schlüsse, etwa in Form von Wenn-Dann-Ketten, die man zieht, gelten nur dann als wahr, wenn auch die Identität gegeben ist,
d.h. wenn auch mein Ich tatsächlich mein Ich ist.
Werde ich zum Anderen geht jede logische Gewissheit verloren. Noch bedrohlicher ist die Idee, das mein Ich immer auch ein Anderer ist.
Diese Idee gehört Hegel.
Aber nicht nur ihm. Jeder Yoga-Lehrer weiß davon.
Auf den Atem achten, heißt sich selbst beim anders-werden zu beobachten.
Ein Teil meines Ichs wird zum Nicht-Ich und ich verleibe mir fremde Moleküle und immer auch Viren, nicht immer krankmachende, ein.
Das ist das Prinzip jeden Stoffwechsels und ohne Stoffwechsel sind wir tot.
Sind wir also erst wirklich ganz identisch mit uns, wenn wir tot sind?
Und was ist mit den Würmern?





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