Innsbruck

Nachts um 1 Uhr spuckte uns der Zug aus und wir mussten unseren warmen Schlafwagen verlassen.

Am Bahnhofsausgang warteten Taxler auf Kundschaft. Auf die Frage, zu welchem Hotel wir wollten, erklärte ich einem jungen Taxifahrer unsere Situation.
Er forderte uns auf mit zu kommen und fuhr dann die Innsbrucker Hotels ab, sortiert nach der Wahrscheinlichkeit, noch ein Zimmer frei zu haben.
Im dritten wurde er fündig und wollte dann Preisverhandlungen für uns führen. Nach dem Motto: Die Nacht ist doch schon halber um.
Danach machten wir uns auf einen Entdeckungsrundgang durch Innsbruck und stellten fest, dass es sich lohnt.
Zwei unangenehme Dinge waren noch zu erledigen: Wir mussten in Bologna im Hotel Bescheid sagen, dass wir einen Tag später kommen und wir mussten unsere Zugreservierung umbuchen.
Wir meldeten uns in Bologna auf Englisch und nach einigem hin- und her kam eine Frau an den Apparat, von der wir später erfuhren, dass es die Putzfrau war.
Wir bewegten uns sprachlich auf dem selben Level: Sie verstand uns nicht und wir verstanden nicht, dass sie uns nicht verstand.
Der Beamte der ÖBB war schon genervt wegen der vielen Piefkes, die alle diesseits des Brenners gestrandet waren
und wir raubten ihm vermutlich den letzten Nerv, weil wir unbedingt eine Reservierung für die nächste Nacht wollten.
Schließlich gab er uns, ohne etwas zu sagen, eine Reservierung für die übernächste Nacht.
Wir bemerkten dies erst im ZUg und verbrachten so eine denkwürdige Nacht auf den Notsitzen im Gang und müde unsere Rucksäcke umarmend.
Im Abteil gab es wohl eine lebhafte Diskussion über den "Papa tedesco", den frisch zum Papst gewählten Herrn Ratzinger,
an der Eingangstür machte eine Fränkin aus Schweinfurth (der Dialekt war unverkennbar) einem jungen Italiener schöne Augen und versoff das für ihre Schwester in Bergamo bestimmte Päckchen "Kleiner Feigling"
Morgens um 5 erreichten wir den Bahnhof von Bologna.





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